Die Baustelle als Chance

Wie Städte bei der Erhaltung und Gestaltung des öffentlichen Raumes neue Wege gehen

Gut vierzig Jahre ist es her, dass die Fassade der altehrwürdigen Theatinerkirche in München zum letzten Mal erneuert wurde. Seit November 2014 läuft eine Rund-um-Restaurierung der Fassade samt Kuppel und Türmen, die insgesamt rund 8,4 Millionen Euro kosten wird. Vier Jahre müssen Bewohner und Besucher der Stadt auf den unverbauten Anblick des Wahrzeichens verzichten. Doch für diese Zeit und für eine teilweise Refinanzierung der umfangreichen Restaurierungsarbeiten hat das Staatliche Bauamt München 1 im Namen des Freistaats Bayern vorgesorgt: blowUP media, der Experte für Gebäude-Verhüllungen, installierte im Auftrag der Stadt eine umfassende Fassadennachbildung aus Netzvinyl. Mit einem Mix aus klassischer Freskenmalerei und fotorealistischer Nachbildung wurde das Äußere der Kirche maßstabsgetreu nachempfunden und damit sämtliche Bautätigkeiten verhüllt. Eine Maßnahme, die bei vielen Großbaustellen zum Einsatz kommt, um die Störungen durch die Umstrukturierungs- oder Bauphase für die Menschen so gering wie möglich zu halten.

Gebäudeverhüllungen sind aber nicht nur ein probates Mittel der modernen Stadtplanung, um die Bautätigkeiten zu verdecken, sie bieten zusätzliche Flächen für Informationen. In einigen Fällen lassen sich Bauzäune oder Gebäudeverhüllungen sogar noch weitergehender nutzen, etwa als Werbefläche, die Einnahmen für den Bauherren oder Städte und Kommunen generiert.

An einem Denkmal ist dies kein einfaches Unterfangen, aber machbar, wie auch ein Beispiel aus Frankfurt zeigt: Im Frühjahr 2006 installierte blowUP media an der Fassade des Konzerthauses der „Alten Oper“ eine naturgetreue Nachbildung des äußeren Erscheinungsbildes des historischen Gebäudes. Rund vier Jahre hing die Verhüllung, während im Hintergrund umfangreiche Renovierungsmaßnahmen stattfanden.

Die Stadt Frankfurt hat es mit diesem Projekt geschafft, ihr Stadtbild zu wahren, Touristen zu begeistern und gleichzeitig noch finanziell entlastet zu werden. Denn zusätzlich wurde Werbung auf Riesenpostern – darunter DHL, Lavazza oder Tommy Hilfiger – an den Seiten der „Alten Oper“ in die Fassadennachbildung integriert. Die Einnahmen durch die Werbung flossen insbesondere in die Refinanzierung der umfangreichen Restaurierungsarbeiten.

Beide Beispiele zeigen, wie die frühzeitige Planung von Sichtschutz und Fassadennachbildungen im Rahmen eines Bauprojektes zum Erfolg beitragen können. Der öffentliche Raum unterliegt auch in den kommenden Jahren einem ständigen Wandel. Angesichts steigender Touristenzahlen in den Metropolen, zunehmender öffentlicher Veranstaltungen sowie der wachsenden Bau- und Renovierungstätigkeiten werden die Anforderungen an die Gestaltung einer Baustelle in deutschen Städten noch weiter zunehmen.

Neben dem Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden bekommen Straßen und Plätze, etwa durch Neubauten, ein anderes Gesicht oder werden modernisiert, Veränderungen, die in einer Stadt unabdingbar sind. Die entscheidende Frage ist, wie moderne Städte mit den Herausforderungen umgehen.

Gebäudeverhüllungen mit originalgetreuer Nachbildung sind ein geeigneter Brückenschlag und bilden gleichzeitig die Möglichkeit zur Kommunikation mit dem öffentlichen Raum.

Weitere Informationen unter:
www.blowup-media.de
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