Erbaut um 1842 als Gärtnerei, im klassizistischen Stil vom Deutschen Bund zum Lazarett erweitert, erfuhr das historische Gebäude in der Ulmer Innenstadt mehrere Nutzungsänderungen. Es war ab 1862 Königlich Württembergisches Proviantamt, wurde im 20. Jahrhundert als Wohnhaus genutzt, verfiel aber zusehends. Ein Bauherr aus Ulm erwarb das Kulturdenkmal, sanierte es denkmalschutzgerecht und baute es zu einem attraktiven Wohn- und Geschäftshaus um. Er stellte das Bossenwerk aus Putz, alle Balkenköpfe sowie die klassizistische Fenstersymmetrie wieder her und restaurierte das historische Treppenhaus. Auch das großflächige massive Fischgrätparkett und Dielenböden aus Eiche wurden mit der Bodenexpertise von Uzin und Pallmann fachgerecht renoviert. Dank des leichten und tragfähigen Bodenaufbaus mit dem UZIN Turbolight®-System konnte das große Gefälle des Altuntergrunds auf der Holzbalkendecke flexibel ausgeglichen werden.
„Historische Bausubstanz bewahren und mit attraktivem modernem Wohnraum verbinden“, damit begründet Bauherr Christoph Baumgärtner die Motivation zum Sanierungskonzept. Der im Zuge mehrerer Umnutzungen erweiterte 26 Meter lange und elf Meter breite Bau verfügt über drei Vollgeschosse sowie zwei Dachgeschosse mit nun elf Wohn- und Gewerbeeinheiten, die über die beiden Längsseiten erschlossen werden. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt wurde energetisch saniert und statisch ertüchtigt. An einer Längsseite wurden Balkone angefügt.
Wenn historische Substanz moderne Ansprüche erfüllen muss
Während die Wandflächen im gesamten Gebäude sehr heterogen ausgeführt waren, stachen ein flächendeckender Parkettboden mit Fischgrätmuster sowie historische Bodendielen und Bodenbretter heraus. Nur partiell war das massive Eichenparkett durch PVC oder ähnliche neuere Bodenbeläge bedeckt. Im ersten und zweiten Obergeschoss zeigte sich jedoch eine deutliche Verformung des Bodens in der Gebäudemitte. „Wir mussten den abgesenkten Boden mit einem Gefälle von bis zu 20 cm ausgleichen“, erläutert der Bauherr die Ausgangslage.
Leichtbausystem mit Gefälleausgleich über 20 cm und Parkettrestaurierung
Nach intensiver Beratung mit den Bodenexperten von Uzin und Pallmann kristallisierte sich das UZIN Turbolight-System CA als optimale Lösung heraus. Es gleicht Unebenheiten von Mischuntergründen, Fehlstellen, Übergänge und ein Gefälle mit Schichtdicken von 20 bis 300 mm flexibel aus. Dabei bringt es kaum Flächengewicht auf die Decke – ein erheblicher Vorteil bei Holzbalkenkonstruktionen in historischen Altbauten.
„Das System kombiniert Leichtbauweise, hohe Tragfähigkeit und Flexibilität“, erklärt Jürgen Wiedemann, Fachberater von Uzin. Zur Restaurierung des Eichenparketts empfahl Kollege Klaus Huttenlauch von Pallmann den großflächigen Einsatz der strukturschonenden Schleifmaschine Spider. Nach dem Schleifen, Saugen und Wässern sollte zur Einpflege ein natürliches, lösemittelfreies 1K-Parkettöl aus regionalem kalt gepresstem Hanföl und natürlichen Wachsen verwendet werden. „MAGIC OIL 1K CHANGE betont die Struktur des alten Bodens, anstatt sie zu überdecken“ – darin sieht Fachberater Klaus Huttenlauch klar die Vorteile dieser Oberflächenvergütung.
Herausforderung Holzbalkendecke: Bodensanierung im Kulturdenkmal
Aufgrund der statischen Anforderungen des denkmalgeschützten Gebäudes wurde bei allen Arbeiten auf eine möglichst leichte Bauweise geachtet. „Schwere Materialien oder massive Bauweisen hätten die bestehende Tragstruktur überlastet“, erläutert Jürgen Wiedemann, Fachberater von Uzin, die Überlegungen. Daher war der Einsatz von leichten Baustoffen und Konstruktionsmethoden zwingend notwendig, um die Stabilität des Bauwerks zu gewährleisten.
„Eine Sanierung mit dem UZIN Turbolight- System lag auf der Hand“, so Wiedemann. „Das Bodensystem ist speziell für Sanierungen geeignet, bei denen eine flexible Aufbauhöhe und ein möglichst niedriges Flächengewicht entscheidend sind.“ Es vereint gleich mehrere Vorteile: hohe Druckfestigkeit trotz Leichtbau, geringes Eigengewicht, einen schnellen Baufortschritt und hohe Flexibilität gerade bei unebenen Untergründen. Zudem ist es nicht brennbar und hoch feuerhemmend nach F60.
Schneller und leichter Bodenaufbau mit dem UZIN Turbolight-System
„Der Bodenaufbau in historischen Gebäuden muss immer sehr individuell geplant werden, vor allem bei statischen Herausforderungen“, weiß Wiedemann. „Aufgrund der unterschiedlichen Mischuntergründe und Ausgleichsdicken haben wir das UZIN Turbolight-System teilweise mit Folie auf Trennlage aufgebracht, teilweise im Verbund.“ Stellenweise wurde auch mit der Blitzgrundierung UZIN PE 280 für Mischuntergründe grundiert. Zum Gefälleausgleich wurde als erste Schicht der Leichtausgleichsmörtel UZIN SC 904 in Schichtdicken von 3 bis 25 cm aufgebracht.
Nach bereits 24 Stunden kann auf der Leichtausgleichschicht weitergearbeitet und auf der gesamten Fläche das Armierungsvlies UZIN RR 201 überlappend verlegt werden. Als Tragschicht verbindet der selbstverlaufende Dünnestrich UZIN NC 567 die Komponenten des Systems zu einem ebenen stabilen Unterboden. Der FusionTec Dünnestrich kann sehr flexibel zur Herstellung von nahezu spannungsfreien Untergründen im Verbund, schwimmend oder auf Trennlage, verwendet werden. FusionTec Dünnestriche trocknen zudem schnell und sind kennzeichnungsfrei. Die Belegreife wird schon nach fünf Tagen erreicht.
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