Bürgerfreundliche Biotonne: Bio-Filterdeckel setzt Maßstäbe

Wasserburg am Inn und Landkreis Waldshut: Kostenvorteil durch Geruchsfilter

Immer mehr Menschen wollen Umwelt und Klima schützen, ohne dabei auf alltäglichen Komfort zu verzichten. Viele Kommunen formulieren inzwischen eigene Klimaschutzkonzepte. Zunehmend in den Fokus geraten ist dabei das getrennte Sammeln und Verwerten von biologisch abbaubaren Abfällen. Bioabfall in der Biotonne hat mehrere Vorteile für die Umwelt: Die Menge an Restabfall wird signifikant verringert. Und die Abfälle aus Küche und Garten bergen ein enormes Potenzial als Energiequelle und Dünger.

Die Kehrseite der Medaille: Fliegen, Maden und Gestank vor der eigenen Haustür. Die Stadt Wasserburg am Inn im oberbayerischen Landkreis Rosenheim folgt jetzt dem Beispiel der Landkreise Ravensburg und Lörrach: Die Biotonne, die 2018 eingeführt wird, soll Ressourcen schonen und Treibhausgase verringern; ein Bio-Filterdeckel auf der Biotonne „verschlingt“ unangenehme Gerüche, verhindert Fliegen und Maden und setzt so hygienische Maßstäbe rund um den Bioabfall.

Mit dem Entscheid für eine Biotonne mit Bio-Filterdeckel krempelt die Stadt Wasserburg am Inn die Entsorgung ihrer Bioabfälle komplett um. Wiegeschleusencontainer am Wertstoffhof werden durch ein flächendeckendes Holsystem mit Biotonne am Grundstück ersetzt. Die Ausstattung der Wasserburger Biotonnen mit speziellen Bio-Filterdeckeln, die eingebaute Geruchsfilter haben, gilt unter Fachleuten seit langem als sinnvolle Variante.

Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie, die die Stadt beauftragt hatte: „In der Stadt Wasserburg empfehlen wir den Einsatz von Bio-Filterdeckeln bei 14-tägiger Bioabfallsammlung sowie die Ausgabe von Bioeimern.“ Von Bio-Filterdeckeln auf den 120l- und 240l-Behältnissen ist auch Bürgermeister Michael Kölbl überzeugt, der selbst ein Jahr lang die Biotonne mit Bio-Filterdeckel getestet hatte: „Ein Geruchsfilter mit Abschluss-Lippe sorgt dafür, dass der Müll nicht stinkt.“ Obendrein gehen Prognosen von einer Erhöhung der Bioabfallmenge aus: Statt momentan 65 Tonnen werden bis zu 600 Tonnen im Jahr erwartet.

Auch der Landkreis Waldshut in Baden- Württemberg stellt die Weichen für seine Bioabfallentsorgung vollkommen neu: Erstmals erhalten rund 170.000 Landkreisbewohner im Jahr 2019 eine Biotonne mit geruchsminderndem Bio-Filterdeckel. Vor allem Sorgen um Geruchsbelästigung und Madenbefall hatten die Menschen im Vorfeld der Kreistagsentscheidung umgetrieben. Im BioFilterdeckel sieht der Landkreis ein Instrument, um die Akzeptanz der Biotonne zu steigern und Speisereste vom Restmüll in die Biotonne zu bekommen.

Und die Waldshuter Verwaltung rechnete mit „spitzem Stift“: Sie ermittelte einen Kostenvorteil für eine 14-tägliche Leerung der Biotonnen und den Einsatz von Bio-Filterdeckeln gegenüber einer wöchentlichen Leerung in den Sommermonaten. Das Tor zum Schwarzwald (Eigenwerbung des Landkreises) hat damit das Tor zu einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft weit aufgestoßen.

Konzepte einer nachhaltigen Abfall- und Kreislaufwirtschaft finden immer mehr Widerhall. Bereits vor mehr als zehn Jahren stellte die Stadt Neu-Ulm um: Die wöchentliche Biomüllabfuhr in normalen Mülltonnen wurde abgelöst durch eine flächendeckende 14-tägliche Abfuhr mit Bio-Filterdeckel. Der Landkreis Cochem-Zell sammelt seit 2015 organische Abfälle erstmals über die Biotonne. Infolge des Bio-Filterdeckels kam bei weitem mehr Bioabfall zusammen als erwartet worden war. Dabei sank der Organikanteil im Restmüll deutlich.

Im Ergebnis senkte der Landkreis die Müllgebühren gleich zwei Mal. In zwei Landkreisen im südlichen Baden-Württemberg begann die Biotonnen-Ära im Jahr 2016 sofort mit Bio-Filterdeckeln. Rund 100.000 Haushalte in den Landkreisen Ravensburg und Lörrach verbannen seitdem konsequent den Bioabfall aus der Restmülltonne.

Weitere Informationen unter:
www.biologic.de
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