Das Klima schützen, Kohlendioxid und Stickoxide in den Innenstädten reduzieren und dabei noch mehr Service für den Bürger bieten. Da muss doch ein Haken sein! Vor allem wenn dies bedeutet, dass Bürger zum Erreichen dieser Ziele auf eine wöchentliche Entsorgung Ihres Biomülls im Sommer verzichten sollen.

Koblenz schafft mit Biofilterdeckel 2020 wöchentliche Bioabfuhr ab

Wo jede kommunale Abfallwirtschaft einen Sturm der Entrüstung seiner Bürger fürchten müsste, macht der kommunale Entsorger In Koblenz genau das: „Im Sommer 2020 entfallen alle Zusatzleerungen der Biotonne“, heißt es auf der Webseite des Kommunalen Servicebetriebs Koblenz. Denn mit der 14-tägigen Abfuhr im Sommer hält zeitgleich der Biofilterdeckel Einzug in die Stadt an Rhein und Mosel. Rund 15.000 Biotonnen in der Stadt erhalten den Biofilterdeckel, der Biotonnen geruchsdicht verschließt und in der Filterkammer mit Hilfe von Mikroorganismen entstehende Faulgase in Wasser und Kohlendioxid aufspaltet. Der Deckel verhindert zudem, dass Fliegen zur Eiablage in die Tonne eindringen können. Seit 2006 setzt Neu-Ulm bereits auf den Biofilterdeckel und hat die wöchentliche Abfuhr im Sommer abgeschafft. Die Biomüllqualität ist so hoch geblieben wie bei einer wöchentlichen Abfuhr.

Die Akzeptanz der Biotonne bei den Bürgern ist sogar noch gestiegen, resümierte 3 Jahre nach der Umstellung Jürgen Gerhard von der kommunalen Abfallwirtschaft der Stadt Neu-Ulm: „Eine wöchentliche Abfuhr brachte nicht die gewünschte Hygiene und Akzeptanz, wie sie nun bei einer 14-tägigen Abfuhr mit Filterdeckeln erreicht wird.“ Im Sommer 2020 ist es nun auch für die Koblenzer soweit – die zusätzliche wöchentliche Abfuhr im Sommer endet, der Filterdeckel kommt: „Der Kommunale Servicebetrieb Koblenz möchte durch das Einsparen von Entsorgungsfahrten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Wolfgang Probst, stellvertretender Werkleiter beim Kommunalen Servicebetrieb. Durch die Einsparungen beim Entfall der Entsorgungsfahrten im Sommer amortisieren sich die Investitionskosten für die Biofilterdeckel innerhalb kurzer Zeit. Der Abfallexperte kennt die positive Wirkung des Biofilterdeckels bereits aus dem Landkreis Cochem- Zell. In dem Nachbarkreis wird bereits seit 2015 der Biofilterdeckel in der Fläche eingesetzt und der Biomüll 14-tägig abgefahren. Die Akzeptanz der Biotonne bei den Bürgern ist hoch.

„Durch die Einsparungen beim Entfall der Entsorgungsfahrten im Sommer amortisieren sich die Investitionskosten für die Biofilterdeckel innerhalb kurzer Zeit.“
Wolfgang Probst, stellvertretender Werkleiter beim Kommunalen Servicebetrieb Koblenz

Neckar-Odenwald-Kreis: Biofilterdeckel statt einer teuren wöchentlichen Abfuhr der Biotonne

Im Baden-Württembergischen Neckar-Odenwald-Kreis wird die Biotonne 2020 in der Fläche neu eingeführt. Im Oktober 2018 resümierte der Landrat Dr. Achim Brötel „die Zahl der Maden hat die der Einwohner jedenfalls deutlich übertroffen“ (Rhein-Neckar Zeitung, Oktober 2018). Die Biotonne in wenigen Testgemeinden sorgte damals für Unmut bei den Pilothaushalten. Bürger und Medien forderten die wöchentliche Abfuhr. Maßnahmen zur Geruchsminimierung wie das Einschlagen von Speiseresten in Zeitungspapier oder das Abwischen der Biotonnenränder mit Essigwasser empfanden Bürger in Zeitungskommentaren als eine Zumutung. Eine wöchentliche Abfuhr in dem ländlich strukturierten Neckar-Odenwald-Kreis hätte allerdings die Kosten in die Höhe getrieben.

Für Peter Fiebelkorn, Prokurist der Abfallwirtschaftsbetriebe des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN), war der Biofilterdeckel die Lösung, um Bürger mit der Biotonne zu versöhnen, ein Plus an Service zu bieten und die geforderte teure wöchentliche Abfuhr vom Tisch zu nehmen. Im Sommer 2019 testeten viele Lokalpolitiker den Biofilterdeckel auf ihrer Biotonne. Noch im Oktober 2019 beschloss der Kreistag aufgrund der positiven Erfahrungen die flächendeckende Einführung der Biotonne mit Filterdeckel. „Mit Biofilterdeckel viele Probleme lösen“, titelten die Fränkischen Nachrichten. Die Bürger waren zufrieden und haben in diesen Tagen ihre neue Bioenergietonne BET bereits vor der Haustür stehen. Wie auch in den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Lörrach, Ravensburg und Waldshut oder auch die Stadt Fürth wird die BET im Neckar- Odenwald-Kreis nun problemlos weiterhin 14-tägig geleert.

„Eine wöchentliche Abfuhr brachte nicht die gewünschte Hygiene und Akzeptanz, wie sie nun bei einer 14-tägigen Abfuhr mit Filterdeckeln erreicht wird.“
Jürgen Gerhard, kommunale Abfallwirtschaft der Stadt Neu-Ulm

Weitere Informationen unter:
www.biologic.de
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