Biogas aus Gülle und Reststoffen – ein Energieträger mit Zukunftspotential

Das Flensburger Planungsbüro Greenline hat eine landwirtschaftliche 650-Kilowatt- Biogasanlage in Nessa, im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) geplant und errichtet. Die Anlage verarbeitet hauptsächlich Gülle und Festmist.

In Deutschland ist die energetische Verwertung landwirtschaftlicher Substrate wie Gülle, Mist und Futterreste bei einer bestimmten Viehbestandsgröße immer noch lukrativ. Durch mögliche Auflagen der neuen Düngeverordnung, Lagerkapazitäten tierhaltender Betriebe aufstocken zu müssen, könnten Biogasanlagen insgesamt noch attraktiver werden.

„Müssen Behälter sowieso errichtet werden, kann eine Biogasanlage dieses Investment mittragen und darüber hinaus eine gute ­Eigenkapitalrendite erwirtschaften“, unter­streicht Frank Nielsen, Geschäftsführer der Greenline GmbH & Co. KG. Zudem können reine Gülleanlagen deutlich günstiger gebaut werden als Nawaro-Anlagen. Bei der Eigennutzung von Wärme und Strom machen Anlagen über 75 kW insgesamt mehr Sinn.

Neben der Gülleproblematik führen verschärfte Auflagen bei der Verfütterung von Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie dazu, dass vermehrt Substrate aus Mälzereien, Molkereiunternehmen und Lebensmittelwerken am Markt vorhanden sein werden.

Betreiber der Anlage ist die Milch- und Zuchtfarm GmbH, mit Sitz in Teuchern/Nessa sowie die Biogas Osters & Voss aus Plattenburg/ Groß Gottschow. Insgesamt sollen pro Jahr 30.000 Tonnen Gülle, 2.000 Tonnen Festmist und 3.000 Tonnen Mais verwertet werden.

Die Synergieeffekte für den Milchviehbetrieb standen bei der Anlagenplanung im Vordergrund. Die Schaffung von notwendigen Gärrestlagerkapazitäten, ein geschlossener Pumpkreislauf, ein abgerundetes Wärmekonzept und eine optimale Verwertung der flüssigen und separierten festen Gärreste führten zu einer ausgesprochen hohen Wirtschaftlichkeit sowohl im Milchviehbetrieb als auch in der Biogasanlage.

Die aktuelle Gärausbeute liegt z.B. deutlich über den Erwartungen, so dass voraussichtlich die geplante Maismenge deutlich reduziert werden kann. Durch eine qualitätsorientierte Materialauswahl und optimierte Anlagenfunktionen gewährleistet die landwirtschaftliche Biogasanlage im Industriestandard zudem eine hohe Produktivität bei niedrigen Investitions- und Betriebskosten.

2,2 Millionen Normkubikmeter Biogas werden jährlich über ein BHKW verstromt und in das regionale Stromnetz eingespeist. Die Wärme wird als Prozesswärme für die Biogasanlage und den Milchviehbetrieb, sowie für das Beheizen der Wohngebäude genutzt.

„Im kommunalen Umfeld können natürlich Strom und Wärme aus Reststoffen, Biotonne, etc. in eigenen Versorgungsnetzen und Liegenschaften genutzt werden und so die Gemeindekassen entlasten“, resümiert Nielsen.

Weitere Informationen unter:
www.greenline-energy.de
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