Der SLG-Vorsitzende, Dipl.-Kfm. (FH) Florian Klostermann, moderierte das schon traditionelle Podium 2 „Straßen-, Landschafts- und Gartenbau“ auf den Ulmer BetonTagen. Er konnte im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm rund 110 Teilnehmer in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Veranstaltungsraum willkommen heißen.

Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten richtet der Betonverband SLG das Podium „Straßen-, Landschafts- und Gartenbau“ anlässlich der Ulmer BetonTage aus und gestaltet das jeweilige Programm maßgeblich mit. In den diesjährigen Vorträgen wurde der Bogen von Umweltthemen über juristische Neuerungen und produktionstechnische Entwicklungen bis hin zu in Deutschland einzigartigen Fachfortbildungen im Pflasterbau gespannt.

SLG-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Dietmar Ulonska eröffnete die Vortragsreihe mit einem kurzen Statement zum Zusammenspiel von Europäischer Normung und Bauproduktenverordnung. Unter ungünstigen Umständen könnte mittel- bis langfristig die Produktqualität für Betonwaren auf der Strecke bleiben, so Ulonska. Die Eigenschaft „Witterungswiderstand“ als solche ist nicht im Anhang ZA der Normen für Pflastersteine, Platten und Bordsteine aus Beton enthalten.

Da sich die Europäische Kommission aber gleichzeitig dafür ausspricht, alle Eigenschaften aus harmonisierten Normen zu streichen, die nicht vom Mandat abgedeckt sind, besteht durchaus die Gefahr, dass zukünftig keinerlei Anforderungen an den Witterungswiderstand von Betonprodukten für den Straßenbau mehr gestellt werden. Das DIN hat zwischenzeitlich mit fachlicher Unterstützung des Betonverbands SLG einen Antrag auf Änderung des Mandates M 119 auf den Weg gebracht. Die Änderung sieht vor, den Witterungswiderstand als wesentliches Merkmal in den Anhang ZA aufzunehmen.

Daran knüpfte der Vortrag von Dr. Anne Scheja vom Fachverband angewandte Photokatalyse (FAP) in Frankfurt an, die zum Thema „Saubere Städte durch Photokatalyse“ referierte.
Im Anschluss stellte Dr.-Ing. Christoph Müller von der VDZ gGmbH den Anwesenden die Ergebnisse eines IGS-Forschungsprojekts vor, welches zum Ziel hatte, die Vorhersagbarkeit des Abwitterungsverhaltens von Betonpflaster unter Praxisbedingungen zu verbessern.

Vor der Kaffeepause informierte Dr.-Ing. Justus Lipowsky vom Institut für Angewandte Bau­for­schung (IAB) in Weimar die Anwesen­den über die Möglichkeit der optisch-digitalen Qualitäts­überwachung mittels Robotereinsatz. Nach der Kaffeepause fuhr RA Michael Schorn von der Kanzlei Busse und Miessen aus Bonn mit seinem Vortrag zum neuen Bauvertragsrecht, insbesondere den Änderungen der Mängelhaftung im Kaufrecht, fort.

Im Anschluss gab Dipl.-­Ing. Dietmar Ulonska einen Einblick in Sachverständigengutachten mit zum Teil haarsträubenden Falschaussagen und Fehlurteilen, wie sie leider immer wieder vorkommen. Er zeigte die aus seiner Sicht entscheidenden Gründe für diese Misere auf und lieferte Ansatz­punkte, wie dem entgegengewirkt werden könnte, zum Beispiel durch spezielle Schulungen. SLG-Mitglie­der können von der Fachkompetenz und dem Netzwerk der SLG-­Mitarbeiter Gebrauch machen, für den Fall, dass sie mit unzureichenden Sachverständigengutachten konfrontiert werden.

Den Schlusspunkt setzte Dipl.-Ing. (FH) Grit Zimmermann vom Europäischen Institut für postgraduale Bildung (EIPOS) aus Dresden mit ihrem interessanten Vortrag zu den dortigen deutschlandweit einmaligen Fachfortbildungsangeboten im Bereich Pflasterbau.

Mit dem Podium 2 auf den Ulmer BetonTagen zeigte sich einmal mehr, wie wichtig die fachliche Arbeit des Betonverbands SLG für Produkte und Bauweisen im Straßen-, Garten- und Landschaftsbau ist. Der Betonverband hat derzeit 40 ordentliche, 25 außerordentliche Mitglieder sowie die Lanxess Deutschland GmbH als Förderpartner.

Weitere Informationen unter:
www.betonstein.org
KD1802093