Beispielhafte Wohnbebauung in der Universitätsstadt Tübingen

In Tübingen werden brachliegende Flächen für den Wohnungsbau und auch für Gewerbe reaktiviert. Nutzungsvielfalt heißt hier die Devise. Ein gelungenes Beispiel ist das seit 2011 entstandene Viertel Alte Weberei – ein lebendiges, vielfältiges Stadtquartier mit hohem Lebens- und Identifikationswert für unterschiedliche Alters- und soziale Gruppen, das nun mit dem Flächenrecyclingpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Preisverdächtig ist auch die komplett wasserdicht und architektonisch ansprechend ausgeführte Tiefgarage. Das Farbkonzept vermittelt eine freundliche und moderne Atmosphäre.

Das neue Stadtquartier Alte Weberei liegt am Neckarufer auf einem rund sechs Hektar großen Gelände der ehemaligen Frottierweberei Egeria im Tübinger Stadtteil Lustnau. Es bietet Wohnraum für rund 700 Menschen und bis zu 100 Arbeitsplätze. Viel Grün und eine qualitätsvolle Mischung moderner Architektur, sanierte Bestandsbauten und verschiedene Nutzungen mit Freizeit- und Sportanlagen zeichnen das neue Viertel aus. Die Bauplätze wurden an 25 Baugemeinschaften und einen sozialen Träger verkauft. Auf der umgewandelten Industriebrache entstand eine bunte Vielfalt an Doppelhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbauten. Die letzten Wohnungen auf dem Areal wurden 2015 bezogen, das zentrale Altgebäude in der Quartiermitte wurde grundlegend saniert und neuen Nutzungen wie Gastronomie, Büro und Wohnen zugeführt.

Lebendige Vielfalt und optimale Nutzung des Geländes am Neckar

Insgesamt gibt es sieben Wohnhöfe, die sich um den zentralen Platz und das integrierte ehemalige Egeria-Hauptgebäude gruppieren, fünf davon besitzen eine gemeinsame Tiefgarage. Drei Höfe öffnen sich zum Neckar hin und weisen zahlreiche Frei- und Grünflächen auf. Allerdings mussten wegen der nahen Flusslage auch Lösungen für den Gewässer- und Hochwasserschutz gefunden werden. Besonders galt dies für die Tiefgarage, die den Anwohnern Parkraum für Fahrräder und Fahrzeuge bietet sowie einen direkten Zugang zu jedem der Wohnhöfe.

Tiefgarage samt Boden in wasserdichter Ausführung

So ist die gemeinsame Tiefgarage im Wohnhof 3 komplett wasserdicht ausgeführt. Mit 49 Stellplätzen deckt sie den Stellplatzbedarf für insgesamt sieben Hochbauprojekte ab. Teils ist sie mit Gebäuden überbaut, teils mit ca. 50 cm Erdsubstrat überdeckt und bietet damit den Anwohnern eine bestens nutzbare Freifläche mit angenehmer Aufenthaltsqualität. Da sich die Garage nur rund 25 m vom Neckar entfernt befindet, musste für die Einfahrtshöhe das sogenannte HQ-Extrem (seltenes Hochwasserereignis) definiert werden.

Sie liegt damit rund 50 cm über dem 100-jährigen Hochwasser. Die Tiefgarage selbst wurde einschließlich der Umfassungswände und der angrenzenden Untergeschosse aus wasserdichtem Beton hergestellt. Die Bodenplatte besitzt eine Stärke von 40 cm, die Flachdachdecke ist 35 cm stark. Die Auflast des Substrataufbaus und zusätzliche Fundamentplomben dienen der Auftriebssicherheit.

Höchste Ansprüche an das Bodensystem

Auch der Boden der Tiefgarage benötigte eine dauerhafte Abdichtung und ein funktionierendes Oberflächenschutzsystem, um vor Schäden aus Feuchtigkeit, chloridhaltigen Taumitteln und dynamischen Belastungen zu schützen. Denn gerade Parkhausböden gehören zu den am stärksten beanspruchten Flächen, die im Hochbau bekannt sind. Neben der Feuchtigkeit setzen ihnen Temperaturschwankungen sowie die von den Fahrzeugen eingebrachten Belastungen durch Öle, Treibstoffe und Streusalze erheblich zu. Um die Oberfläche eines Parkhausbodens langfristig schön und wertig zu erhalten, sind eine perfekte Planung, Ausführung sowie besonders verschleißfeste Produkte nötig. Die eingesetzten Bodensysteme müssen chemischen und mechanischen Belastungen widerstehen und allerhöchste Ansprüche an die Funktion und eine ansprechende Optik erfüllen.

Zudem spielen Kriterien wie Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit eine Rolle. In der Tübinger Tiefgarage entschied sich der Architekt Günter Rettenmeier von der Architektenwerkgruppe Rebmann Rettenmeier und Garcia Elzel für ein hoch belastbares OS8-Bodensystem von Arturo, das nach DIN EN 1504-2 geprüft, abriebfest und rutschhemmend ist. Die Übergänge von Boden und Wänden wurden mit einer starren Hohlkehle ausgeführt.

Bodenapplikation für die perfekte Funktion und Feuchteschutz

Im ersten Schritt wurde die Fläche von 1.150 m² kugelgestrahlt und danach mit Arturo EP6955 OS8 grundiert. Die Grundierung dient als optimaler dauerhafter Feuchteschutz für Boden und Wände. Anschließend brachte der Beschichter Hans-Peter Hoch aus Hechingen eine 1,5 mm dicke Kratzspachtelung auf, die mit 0,3 – 0,8 mm Quarzsand vollflächig abgesandet wurde. Als Deckversiegelung kam Arturo EP 3900 in Hellgrau und einem kräftigen Grün zum Einsatz. Die verschleißfeste nahtlose Versiegelung gibt es in einer großen Auswahl an Farbtönen. Damit lassen sich Texthinweise einbetten und Farbakzente für die Gliederung von Parkflächen und Wegen setzen. Die Versiegelung wurde mit dem Gummischieber aufgezogen und mit der Industrieflorwalze stark nachgewalzt.

„Besonders wichtig waren jedoch die Randbereiche“, erklärt Malermeister Hans-Peter Hoch, der an allen Sockelanschlüssen den Reparaturmörtel Arturo EP1500 mit einer entsprechenden Kelle sorgfältig einbrachte. „Die Ausführung mit einer dichten Hohlkehle ist ein wichtiger Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit.“

Weitere Informationen unter:
www.arturoflooring.de
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