Umfrage unter Städten, Kreisen und Kommunen: Lebenszykluskosten sind Schlüsselfaktoren im nachhaltigen Schulbau

Eine Umfrage von nora systems gibt Einblicke darüber, welche Faktoren für kommunale Entscheider bei der Wahl eines Bodenbelags von Bedeutung sind.
Eine Umfrage von nora systems gibt Einblicke darüber, welche Faktoren für kommunale Entscheider bei der Wahl eines Bodenbelags von Bedeutung sind.

In die Zukunftsaufgabe Schulbau wird derzeit investiert wie nie zuvor. Dies betrifft nicht nur Neubauten, sondern vor allem die Sanierung im Bestand. Bis 2023 stellt der Bund Ländern und Kommunen 3,5 Milliarden Euro ausschließlich für Renovierung, Umbau und Erweiterung von Schulgebäuden zur Verfügung.1 Dabei gewinnen Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend an Bedeutung. Dass bei der Beschaffung neben dem Einsatz von Produkten mit Umweltlabeln wie dem „Blauen Engel“ auch Gesichtspunkte wie nachhaltige Kreislaufwirtschaft, CO2-Neutralität sowie Bewertungssysteme zur Nachhaltigkeit von Gebäuden immer wichtiger werden, ergab eine im Mai 2021 durchgeführte Umfrage des Kautschukboden-Herstellers nora systems, an der insgesamt 86 kommunale Entscheider teilnahmen.2

Klimaschutz als zentrale Zukunftsaufgabe

Laut der Umfrage kommt dem Klimaschutz inzwischen eine besondere Bedeutung zu. Denn Städte, Kreise und Kommunen sind gefordert, die Klimaziele des Bundes umzusetzen, was sich auch auf die Beschaffung auswirkt. Während Umweltsiegel wie der „Blaue Engel“ schon lange Standard sind, ist mittlerweile auch die CO2-Neutralität von Produkten für fast zwei Drittel der Befragten ein zentraler Gesichtspunkt. Dennoch ist bei diesem Thema in der Praxis noch Luft nach oben: Derzeit legen erst rund ein Viertel der Städte, Kreise und Kommunen bei der Produktauswahl Bewertungssysteme wie DGNB oder das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) standardmäßig zugrunde. Es ist aber ein deutlicher Trend erkennbar, dass deren Bedeutung und Anwendung bereits in den kommenden zwei bis vier Jahren stark zunehmen wird. Dass Betriebs- und Unterhaltskosten ihre Entscheidung beeinflussen, gaben rund 80 Prozent der Umfrageteilnehmenden an. Aus gutem Grund: Die Lebenszykluskosten von Produkten sind ein Schlüsselfaktor, der maßgeblich auf die Nachhaltigkeit einzahlt. Denn je seltener beispielsweise ein Bodenbelag ausgetauscht werden muss, desto besser für die Umwelt.

Schüsselfaktor Lebenszykluskosten

Ganz entscheidend ist bei der Beschaffung im Schulbau die Langlebigkeit von Produkten, gerade bei Gewerken wie dem Fußboden, der lange im Gebäude verbleibt. Wer sich für robuste Beläge mit einer dauerhaft guten Performance und einer Lebensdauer von mindestens 30-40 Jahren entscheidet, wie sie Kautschukböden bieten, beweist bei den Planungen Weitblick. Denn Faktoren wie Pflege, Reinigung und turnusmäßige Neubeschichtung bzw. Sanierungskosten können einen großen Unterschied machen. Aufgrund der langen Nutzungsdauer von Bodenbelägen ist das in der Anschaffung zunächst günstigste Produkt mit Blick auf diesen Aspekt langfristig nämlich nicht immer die wirtschaftlichste Lösung. Der Anschaffungspreis beträgt in der Regel nämlich nur knapp zehn Prozent der Gesamtlebenszykluskosten eines Fußbodens. Dagegen können sich die Unterhaltskosten von Bodenbelägen häufig zum Kostentreiber entwickeln, was die finanziellen Spielräume in der Zukunft einschränkt. Unbeschichtete Produkte bieten hier einen deutlichen Mehrwert, weil die zeit- und kostenaufwändige Sanierung entfällt, die üblicherweise in den Ferienzeiten erfolgt. Auch das Aus- und Einräumen von Klassenzimmern wird dadurch überflüssig, was ebenfalls die Kosten des Facility Managements senkt.

Hamburger Klassenhäuser” als nachhaltiges Best-Practice-Modell

Die Hamburger Klassenhäuser wurden schnell und kostengünstig realisiert. Trotzdem sind sie keine Zwischenlösung. (Copyright: Jan Kocovski)
Die Hamburger Klassenhäuser wurden schnell und kostengünstig realisiert. Trotzdem sind sie keine Zwischenlösung. (Copyright: Jan Kocovski)

Vor dem Hintergrund des Kostendrucks ist die Umsetzung nachhaltiger Schulbaukonzepte eine Herausforderung für viele Kommunen. Hier gibt es jedoch vielversprechende Best-Practice Lösungen. Beispiel Hamburg: Mit modular vorgefertigten „Klassenhäusern“ reagiert die Freie Hansestadt auf die wachsenden Schülerzahlen und den damit einhergehenden Bedarf an Unterrichtsräumen. Die im Fertighausbau erprobte Modulbauweise verkürzt die Bauzeit erheblich, verringert witterungsbedingte Verzögerungen und reduziert die Beeinträchtigungen des Schulbetriebs. Zugleich wird eine verlässlich hohe Qualität der Innenausstattung mit langlebigen, strapazierfähigen und hochwertigen Materialien sichergestellt. Denn die modular vorgefertigten „Klassenhäuser“ sind trotz der schnellen und kostengünstigen Realisierung keine Zwischenlösung, sondern architektonisch ansprechende Gebäude. Sie erfüllen die hohen Hamburger Schulbau-Standards, zu denen eine ganzheitliche Betrachtung im Sinne der Nachhaltigkeit gehört. In diesen mit dem DGNB-Siegel in Gold zertifizierten Schulbauten kommen Kautschukböden zum Einsatz. Im Vorfeld hatten die beiden städtischen Realisierungsträger SBH | Schulbau Hamburg und GMH | Gebäudemanagement Hamburg GmbH die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Beläge in intensiven Langzeittests geprüft. Danach wurden sie – wie auch in vielen anderen Städten und Kommunen – als Standardbelag für Schulbauten festgelegt.

2 Quelle: Kundenbefragung der nora systems GmbH bei 86 Städten, Kreisen und Kommunen, Mai 2021

Weitere Informationen unter:
www.nora.com