Eine Holzbau-Fachtagung stellte die Vorteile der BauBuche nach 10-jähriger Erfahrung heraus.
Der kommunale Bau steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits gilt es, Gebäude schnell, wirtschaftlich und langlebig zu realisieren, andererseits rücken Klimaschutz, Ressourceneffizienz und regionale Wertschöpfung in den Fokus. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Einsatz innovativer Holzbauprodukte an Bedeutung. Ein Beispiel dafür ist die BauBuche – ein leistungsfähiger, aus Buchenholz hergestellter Baustoff aus PEFC-zertifizierten Wäldern, der sich zunehmend als Alternative zu Stahl und Stahlbeton etabliert.

Klarer kommunaler Mehrwert
Welche Rolle BauBuche für den nachhaltigen Kommunalbau spielen kann, wurde beim Fachdialog „10 Jahre BauBuche“ von Pollmeier Massivholz und PEFC Deutschland am 25. November 2025 im Amt Creuzburg deutlich. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Bauwesen, Kommunen und Politik kamen in Thüringen zusammen, um über die Perspektiven des Holzbaus in einem der waldreichsten Bundesländer Deutschlands zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei die regionale, PEFC-zertifizierte Wertschöpfungskette – vom nachhaltig bewirtschafteten Wald bis zum fertigen Bauprojekt.
In den Grußworten hoben die Veranstalter die strategische Bedeutung von heimischem Laubholz hervor. Gerade die Buche, lange Zeit im Bauwesen unterschätzt, eröffnet neue Möglichkeiten für den klimafreundlichen Umbau der Wälder und für leistungsfähige Konstruktionen im Hochbau. Pollmeier-Geschäftsführer Patrik Rodlberger und der Technische Berater Christian Ahrens erläuterten, warum BauBuche derzeit der einzige nachhaltige Baustoff ist, der in Tragfähigkeit und Steifigkeit mit Stahl und Stahlbeton konkurrieren kann. Gleichzeitig speichert der Werkstoff über seine gesamte Lebensdauer CO₂ und leistet damit einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.
Ein entscheidender Aspekt für öffentliche Bauherren ist die Herkunft des Rohstoffs. PEFC-Deutschland-Vorsitzender Peter Gaffert betonte, dass BauBuche aus PEFC-zertifizierten Wäldern stammt und damit höchste Anforderungen an nachhaltige Forstwirtschaft erfüllt. Der PEFC-Standard gewährleistet, dass Holz kontinuierlich nachwächst und die Waldbewirtschaftung ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortungsvoll erfolgt. Für Kommunen, die oftmals selbst Wald besitzen, bedeutet dies Planungssicherheit und Glaubwürdigkeit bei der Umsetzung eigener Nachhaltigkeitsziele.

„Thüringen als Holzland ohne Holzbau?“
Wie groß das Potenzial des Holzbaus in Thüringen ist, zeigte der Impulsvortrag von Sascha Lummitsch von der FH Erfurt. Unter dem provokanten Titel „Thüringen als Holzland ohne Holzbau?“ machte er deutlich, dass die Voraussetzungen vorhanden sind, es aber klare politische und administrative Schritte braucht, um den Holzbau in die Breite zu bringen. Vertreter der Landespolitik signalisierten Zustimmung: Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, kündigte an, den Freistaat gezielt zu einem führenden Holzbauland entwickeln zu wollen. Holzbau biete die Chance, Klimaschutz mit der Stärkung des ländlichen Raums zu verbinden. Auch Dr. Martin Gude (TMDI) unterstrich die Bedeutung eines starken Forst- und Holzclusters für die regionale Wertschöpfung.
Neben politischen Impulsen erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke. Eine Werksführung bei Pollmeier zeigte den Weg vom Buchenstamm zum hochpräzisen Bauprodukt und verdeutlichte, wie industriell gefertigte Holzbaustoffe gleichbleibende Qualität für den kommunalen Einsatz sichern. Ergänzt wurde dies durch architektonische Best-Practice-Beispiele: In der Session „Architektur & Holz-Hybrid im Dialog“ wurde das Münchner Projekt i8 vorgestellt, ein anspruchsvolles Holz-Hybrid-Gebäude mit BauBuche im Tragwerk. Die Diskussion machte klar, wie wichtig realisierte Referenzbauten sind, um Vorbehalte abzubauen und kommunale Bauherren zu überzeugen.
Der Fachdialog in Thüringen zeigte insgesamt, dass BauBuche als PEFC-zertifizierter Baustoff weit mehr ist als eine ökologische Nischenlösung. Sie verbindet hohe technische Leistungsfähigkeit mit nachhaltiger Herkunft und regionaler Wertschöpfung. Für den Kommunalbau eröffnet sich damit eine zukunftsfähige Option, die Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Innovationskraft zusammenführt – und das Potenzial hat, weit über Thüringen hinaus Wirkung zu entfalten.

