Auf Städte und Gemeinden warten vielfältige Aufgaben

Auf Städte und Gemeinden warten vielfältige Aufgaben Grünanlagen, Spielplätze und Wege brauchen wieder eine Frühjahrskur

Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres haben es an den Tag gebracht: Selbst ein harmloser, schwacher Winter – wie der vergangene – hat im öffentlichen Raum deutliche Spuren hinterlassen. Nicht nur die vielen Papier- und Plastikteile sowie die zahlreichen Überreste des letzten Jahreswechsels trüben oft das Bild. Das geschieht auch durch vertrocknete Äste und Zweige, unbepflanzte Beete und Staudenflächen mit den leblosen Trieben des Vorjahres. Da gibt es in Städten und Gemeinden unter Einsatz der jeweils erforderlichen Geräte und Maschinen viel zu tun.

Auf Spiel-, Bolz- und Sportplätzen sowie auch in Parks werden die Rasenflächen am stärksten belastet. Denn die Nutzung erfolgt in der Regel auch in den Monaten, in denen die Vegetation ruht. Beschädigungen in der Rasendecke wachsen während der Wintermonate nicht zu, und meist führt eine erhöhte Durchnässung zu einer Instabilität des Bodens. Vor jeder Regenerationsarbeit ist der Rasen auf mindestens 2-4 cm zurückzuschneiden. Das Schnittgut ist aufzunehmen und abzufahren. Wenn Rasenfilz vorhanden ist, der meist aus abgestorbenen, oft auch verdichteten Grasresten besteht, muss dieser beseitigt werden. Diese Schicht birgt häufig Krankheitskeime und vermindert die Scherfestigkeit der Rasendecke.

Die einzelnen Graspflanzen können sich nicht hinreichend oberirdisch entwickeln, beziehungsweise tief einwurzeln. Rasenfilz wird durch sogenanntes Vertikutieren beseitigt. Dafür kommen angebaute oder handgeführte Geräte zum Einsatz, die über einen rotierenden Messersatz verfügen. Die Einschnitte in die Filzschicht erfolgen in großer Dichte (ca. 4 cm) und berühren die Bodenschicht meist nur in der Oberfläche. Das ausgeworfene Material sollte nicht auf der Fläche verbleiben, sondern aufgenommen und abgefahren werden. Dafür gibt es spezielle Rasenkehrmaschinen als Anbaugerät oder ausschließlich für diesen Zweck.

Wassergebundene Wege: Nachverdichtung erforderlich

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen gebunden befestigten Wegen – Pflaster, Platten oder Asphalt – und sogenannten wassergebundenen Flächen. Erstere benötigen meist lediglich eine sorgfältige Grundsäuberung von altem Laub oder in der Frühjahrssonne aufkommenden Gräsern und Kräutern. Anders verhält es sich bei wassergebundenen Wegen. Natürlich sind dort ebenfalls Laub- und Vege- tationsreste zu beseitigen, aber meist geht es auch um die Beseitigung von Fahr- und Fußspuren in der Deckschicht, die in der Auftauperiode entstanden sind. Kleine Flächen lassen sich mit Eisenharken aufrauen, glätten und mit der Handwalze plan machen. Größere Flächen benötigen für das Abziehen spezielle Anbaugeräte, wie Abziehrahmen oder -balken die von Fahrzeugen gezogen werden.

In jedem Fall ist eine Nachverdichtung erforderlich, und zwar mit einer Walze, nicht mit einer Rüttelplatte, um eine Materialtrennung zu vermeiden. Belagsschäden, die bis in den Unterbau gehen, wo also das grobkörnige Mineralgemisch dieser Schicht bereits an die Oberfläche tritt, sind so auszubessern, dass zunächst diese wieder die ursprüngliche Stärke bekommt, bevor es an die oberen Schichten geht. Die ursprünglichen Stärken sind bei den Reparaturarbeiten an jeder Schicht gesondert einzuhalten. Wichtig ist auch, dass das verwendete Material dem vorhandenen entspricht.

Brutvogelschutz bei der Baum- und Strauchpflege beachten

Baumfällungen und größere Gehölzschnitt- arbeiten greifen tief in die Biotopstrukturen einer Grünanlage ein. Insbesondere Brutvögel sind davon betroffen. Nicht ohne Grund verbietet z. B. das Niedersächsische Naturschutzgesetz solche Maßnahmen ab Ende Februar für die freie Landschaft. Was als Ausschlussdatum für die freie Landschaft für richtig erkannt wurde, sollte auch für das innerstädtische Grün angestrebt werden.

Brutvogelschutz kann nicht an der Bebauungsgrenze aufhören. Maßnahmen, die der Verkehrssicherheit dienen, können allerdings meist nicht an ein vorgegebenes Datum gebunden werden. Bei den Schnittarbeiten an älteren Gartensträuchern sollte so vorgegangen werden, dass eine permanente Bestandsverjüngung erfolgt, ohne die natürliche Wuchsform wesentlich zu beeinträchtigen. Dies setzt voraus, dass nur Fachleute mit solchen Arbeiten betraut werden können.

Auch ist zu berücksichtigen, dass ein Wiederholungsschnitt nach dem Austrieb vermieden wird. Es ist also so zu schneiden, dass während der Brutzeit der Vögel kein Eingriff mehr erforderlich ist. Anfang März sollten auch Staudenbeete überarbeitet werden, was im Wesentlichen das Abschneiden vertrockneter Blätter und Triebe des Vorjahres bedeutet.

Kinderspielplätze: Gründliche Überholung tut Not

Eine der wichtigsten Arbeiten des zeitigen Frühjahrs ist die gründliche Überholung der Kinderspielplätze. Dies muss planvoll geschehen: Verkehrssicherheitskontrolle an Bäumen (Totholz), Strauchschnitt wo erforderlich, Austausch des Spielsandes, Durchführung der jährlichen Hauptkontrolle der Spielgeräte nach DIN EN 1176. Es empfiehlt sich, dafür das Kontrollbuch zur Hand zu nehmen und die registrierten Schäden/ Schadensbeseitigungen mit dem aktuellen Gerätezustand abzugleichen.

Geräte oder Geräteteile, die den Anforderungen für ein weiteres Jahr nicht mehr genügen, sind abzubauen und ggf. durch neue zu ersetzen. Diese Kontrolle sollte – soweit es die Witterung zulässt – bereits Anfang Februar erfolgen, so dass neue Geräte, die meistens längere Lieferzeiten haben, eingebaut werden können, wenn die Spielsaison beginnt.

Geräteträger für viele Aufgaben einsetzbar

Für viele der beschriebenen Aufgaben haben sich insbesondere Geräteträger hervorgetan – die Multitalente unter den Arbeitsfahrzeugen. Sie sind für den Ganzjahreseinsatz gerüstet und können so die verschiedenen kommunalen Anforderungen erfüllen.

Zu den vielfältigen Aufgaben, die Geräteträger erledigen können, zählt insbesondere ganzjährig die Reinigung schmaler Straßen, Wege und Durchfahrten. Dabei stellen selbst enge Kurven, Kreise und Beeteinfassungen dank der Knicklenkung und des Allradantriebs kein Problem dar.

Für die Reinigungsaufgabe werden Geräteträger mit einer Kehreinrichtung und einem Aufnahme- behälter für den Schmutz ausgestattet. Sie entpuppen sich vielfach als „Allrounder“ und nehmen sowohl schweres Sauggut wie Split, Sand, Dosen oder Flaschen als auch Leichtschmutz wie Staub und Laub auf. Als Kehrmaschinen mit zusätzlichen Seitenbesen ausgerüstet erledigen sie ihre Aufgabe rationell in einem Durchgang. Ein „zweiter Lauf“ in der Gegenrichtung wird überflüssig, weil der Rinnstein inkl. des Gehwegs gereinigt wird.“

Bei dieser Ausrüstung arbeiten zwei großdimensionierte Seitenbesen dem Saugmund den Schmutz zu, der dann von einer Turbine in den Schmutzbehälter gefördert wird. Dadurch wird außerdem vermieden, dass sich Kopfstein- oder Verbundsteinpflaster aus dem Sandbett löst: Die Seitenbesen „behandeln“ nämlich nur die Oberfläche des Pflasters.

Die darüber hinaus anfallenden Regenerations- und Pflegemaßnahmen werden mit Hilfe entsprechender Anbaugeräte durchgeführt, die dank moderner Wechselsysteme leicht an- und abzubauen sind.

Klare Konzepte – wichtig für die Effizienz

Die nach dem Winter anstehenden Aufgaben sind vielseitig. Wichtig ist nach klaren Konzepten vorzugehen. Dabei spielen Prioritäten eine wichtige Rolle. Beispielsweise erfordert die Gefahrenlage bei Bäumen an verkehrsreichen Straßen nach einem Sturm eine unverzügliche Kontrolle, während die Pflege von Rasenflächen dem nachstehen kann. Und sichere Spielgeräte sind im Zweifelsfall wichtiger als ein Verjüngungsschnitt an Sträuchern im Park.

Weitere Informationen unter:
www.kaercher.com
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