Poller sind ein etabliertes und häufig unverzichtbares Mittel für die strategische Gestaltung von Verkehrsräumen in stark frequentierten Innenstadtbereichen, wo gegenläufige Interessen unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer mitunter hart aufeinandertreffen. Neben gestalterischen Fragen ergeben sich daraus hohe Anforderungen in puncto Sicherheit, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit der verwendeten Produkte.
Sicherheit hat Vorrang
Die Funktion eines Straßenpollers ist zunächst eine optische und keine mechanische. Produkte, die Wertigkeit und Stabilität vermitteln, werden per se stärker respektiert. Darüber hinaus helfen einfache Maßnahmen, um Poller besser sichtbar zu machen.
Eine weiße Farbgebung des oberen Teils des Absperrpollers verbessert den Kontrast bei allen Lichtverhältnissen. Das ist besonders für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen hilfreich und fördert die barrierearme Gestaltung von kommunalen Flächen. Die Sichtbarkeit bei Dunkelheit erfordert retroreflektierende Elemente, die als bündig eingelassene Verkehrsreflektoren oder als selbstklebende Folienstreifen ausgeführt sein können. Ein weißer Kopf und Reflexstreifen können mit geringem Aufwand auch nachgerüstet werden. Hat der Poller eine konisch zulaufende Form, müssen gebogene Folienstreifen verwendet werden, die in kleiner Menge anhand eines Schnittmusters herzustellen oder passend zu kaufen sind. Über eine eventuell erforderliche Vorbehandlung der Oberfläche informiert der Hersteller.
Wird der Poller dennoch angefahren, ist die konstruktive Auslegung des Pollers entscheidend. Im Interesse der Sicherheit ist ein duktiles, also kontrolliert verformbares, energieabsorbierendes Verhalten des Pollers ohne Freisetzung von Bauteilen optimal. Dies geschieht durch die Einhaltung eines definierten Biegeradius, während die erforderliche Materiallänge aus dem Fundament nachgezogen wird. Der Poller verbleibt in der Regel an seinem Standort.
Ein abgebrochener Poller hingegen kann sogenannte Sekundärschäden mit unkalkulierbaren Haftungsrisiken verursachen. Es ist dringend angeraten, dies bei der Entscheidung zwischen einem energieabsorbierenden, duktil-plastischen System und einem Sollbruchsystem kritisch zu betrachten. Sicherheit geht vor!
Wirtschaftlichkeit im Fokus
Unabhängig vom Kassenstand ist die wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel üblich. Im Hinblick auf Poller kann mit einer einfachen Regel schon in der Planungsphase viel Geld gespart werden. Entfernbare Varianten sollten nur da eingesetzt werden, wo eine variable Flächennutzung bzw. Durchfahrten vorgesehen sind oder wenn an einem exponierten Standort eine Beschädigung des Pollers absehbar ist. An allen anderen Standorten kann eine kostengünstige, ortsfeste Version verbaut werden. Die Kosten der Maßnahme ergeben sich im Wesentlichen aus einmaligen Anschaffungs- und Herstellungskosten, den Kosten für Unterhalt und Reparatur gewichtet mit der voraussichtlichen Nutzungsdauer.
Die Kosten für den Einbau von Pollern hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Dabei bieten einfache, intuitiv verständliche und leicht handhabbare Produkte einen zusätzlichen Vorteil. Die Erfahrung zeigt, dass Details wie eine produktseitig optimierte Einbautiefe oder eine stapelbare, minimalistische und dual zertifizierte Produktverpackung den Arbeitsaufwand und damit die Kosten reduzieren.
Die Anschaffungskosten ergeben sich aus dem Kaufpreis zuzüglich eventueller Nebenkosten. Etablierte Hersteller wie Dassen Guss verfügen über produktspezifische, hocheffiziente Fertigungsanlagen, mit denen die Herstellungskosten und damit die Preise im vertretbaren Rahmen bleiben.
Die Kosten für Wartung und Reparatur ergeben sich aus den Produkteigenschaften. Hersteller- abhängig können duktil-plastische Systeme einfach und ohne spezielle Ersatzteile ein- und ausgebaut, bei leichter Beschädigung repariert und neu lackiert werden. Es ist gute Praxis, die Poller in weniger stark ausgelasteten Zeiten aufzuarbeiten und eine bedarfsorientierte Menge als Ersatz zu bevorraten.
Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft
Nachhaltigkeit beginnt bei der Materialauswahl. Aluminium kann nahezu ohne Qualitätsverlust immer wieder recycelt werden. Laut einer Studie der Europäischen Kommission benötigt das Recycling von Aluminium nur etwa ein Zwanzigstel der Energie für die Herstellung von Primäraluminium.
Praktisch bedeutet dies, dass beispielsweise ein KDV-Absperrpoller unter Einsatz des Energiegehaltes von knapp einem Liter Dieselkraftstoff im Herstellerwerk eingeschmolzen und daraus ein neuer Poller gegossen wird. Damit fährt ein typisches Kommunalfahrzeug nur wenige Kilometer weit. Während die Entsorgung von modernen Verbundwerkstoffen problematisch sein kann, wird ein Alupoller einfach in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt.
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