Aluminium statt Stahl:

Vorgefertigter Oberbau machte Rangieren zur Millimeterarbeit, verkürzte Bauzeit vor Ort jedoch drastisch

Nachdem im Jahr 2012 in einem Gutachten festgestellt worden war, dass der sogenannte Hackensteg, der in der oberbayerischen Gemeinde Feldkirchen-Westerham über die Mangfall führt, gravierende Schäden – unter anderem an Geländer und Holzbelag – aufwies, entschieden sich die Verantwortlichen für eine Sperrung und einen Neubau der Brücke.

Das mit dem Projekt beauftragte Ingenieurbüro konzipierte zunächst eine Stahlfachwerkbrücke, die Wahl fiel letztlich jedoch auf eine Sonderkonstruktion der Peter Maier Leichtbau (PML) GmbH, die in vollständiger Aluminium- Leichtbauweise ausgeführt ist. Der neue Steg im Ortsteil Westerham zeichnet sich dank dieses Materials nicht nur durch ein geringes Gewicht von 8 t, sondern auch durch seine Wartungsfreiheit aus.

Das Bauwerk verfügt über einen Edelstahlhandlauf sowie eine rutschfeste mit Polyurethan beschichtete Lauffläche und ist komplett eloxiert, was für eine besonders hohe Witterungs- und Korrosionsbeständigkeit sorgt. Zudem wurde eine Schmutzwasser-Druckleitung, die seitlich angebracht werden sollte, bei Statik und Konstruktion berücksichtigt. Der Oberbau wurde im Werk vorgefertigt, was die Bauzeit vor Ort drastisch verkürzte, das Rangieren im Bereich der Baustelle aufgrund nahestehender Gebäude jedoch zu einer besonderen Herausforderung machte.

Fachwerktrogbrücke aus Aluminiumstrangpressprofilen

„Wir hatten ursprünglich eine Stahlfachwerkbrücke konzipiert und ausgeschrieben, die Gemeinde entschied sich dann aber für die Aluminium-Sonderkonstruktion von PML“, so Alfred Obermüller, Geschäftsführer und Bauleiter der Ingenieurbüro Roplan GbR.“ Aufgrund dieses Materials hat der gesamte Fußgänger- und Radfahrersteg mit einer Länge von 27 m und einer Breite von 2,5 m nur ein Gewicht von 8 t, was sich positiv auf die Fundamentierung und Bauvorbereitung auswirkte.

„Der Steg wurde nach dem sL-System gefertigt, das für mittlere Spannweiten von 15 bis 34 m materialoptimiert ist“, erläutert Jörg Petrowski, Vertriebsleiter Brückenbau bei PML. „Vom Typus her handelt es sich um eine Trogbrücke mit seitlichem Fachwerkträger.“

Hohe Lebensdauer in Kombination mit Eloxierung

Da die gesamte Sonderkonstruktion einschließlich Plattformen komplett eloxiert wurde, hat die Brücke nicht nur aufgrund der natürlichen Korrosionsbeständigkeit des Materials eine lange Lebensdauer, sondern ist auch so gut wie wartungsfrei, verursacht also nur geringe Unterhaltskosten. „Die Anodisation verwandelt die Metalloberfläche in eine dichte und sehr harte Oxidschicht, die fest mit dem Grundmaterial verbunden ist und Schutz gegen mechanische sowie Witterungseinflüsse bietet“, so Petrowski.

„Auch der Farbstoff – in diesem Fall ein Natur-Ton – wird in die Schicht eingelagert und damit geschützt.“ Lackierte Oberflächen müssten irgendwann erneuert oder ausgebessert werden, beim Eloxal entfällt das. Dazu trägt auch bei, dass bei PML alle Profile vor der Anodiation gesägt, gebohrt und nachbearbeitet werden und somit keinerlei Angriffsfläche bieten.

Der gesamte Brückenoberbau wurde bei den Singener Aluminium-Experten vorgefertigt, so dass die Bauzeit vor Ort drastisch verkürzt werden konnte. Insgesamt betrug sie inklusive Anpassungsarbeiten nur einen Tag. Durch die komplette Anlieferung der Konstruktion wurde die Anfahrt zur Baustelle und das Rangieren jedoch zu einer besonderen Herausforderung: Der LKW mit dem Aluminium-Steg musste etwa 200 m rückwärts durch die Zufahrtsstraße manövrieren und an einer besonders schwierigen Stelle auf die nur wenigen Zentimeter Abstand zur Dachrinne eines benachbarten Hauses achten. Schließlich konnte die Brücke jedoch ohne weitere Schwierigkeiten auf die Fundamente gesetzt werden. „Sie ist nicht nur leicht und wartungsarm, sondern auch optisch sehr ansehnlich“, so Obermüller. „Entsprechend ist die Resonanz insgesamt sehr positiv ausgefallen.“

Weitere Informationen unter:
www.pml.de
KD1502065