Herr Binger, im Straßenbild ist nichts mehr von völlig überfüllten Altkleidercontainern zu sehen. Ist wieder Normalität einzogen?
Auch wenn das Leben wieder außerhalb der vier Wände stattfindet, so spüren wir dennoch einen verhaltenen Konsum, der sich aktuell auf eine geringere Sammelmenge als üblich auswirkt. Zudem besteht eine weltweite Nachfrage nach gut erhaltener gebrauchter Kleidung aus Deutschland.
Jedoch hat die Vergangenheit deutlich gemacht, wie wichtig eine verlässliche Kooperation ist, die auch in schwierigen Zeiten funktionieren sollte.

Findet hier also ein Umdenkungsprozess statt?
Für den maximalen Erhalt der gesetzlich vorrangigen Wiederverwendung von Alttextilien ist eine hochwertige Erfassung Voraussetzung dafür, dass die Alttextilien in Kreisläufen zirkulieren können. Die Wiederverwendungsquote liegt derzeit noch über 60% – kein anderer Abfallstrom hat dieses Potential. Allerdings mit Blick auf die Getrennterfassungspflicht ab 2025 und einer einhergehenden Verschiebung der Qualitäten ist es wichtig, schon heute umfassende Erfassungskonzepte und Vorgaben zum 100%igen Nachweis über die Wiederverwendung sowie nachhaltige Recyclingkonzepte bis hin zur Faserrückgewinnung zu entwickeln.

Können Sie dieses Konzept näher erläutern?
Das Verständnis für und der behutsame Umgang mit diesem sensiblen Wertstoff sind wesentliche Elemente, um die Voraussetzung für einen hochwertigen Verwertungsprozess zu schaffen. Insofern begrüßen wir, dass in der diesjährigen Umweltministerkonferenz das Arbeitspapier dreier Bundesländer zu diesen Anforderungen aufgegriffen und der Beschluss gefasst wurde, eine Vollzugshilfe in der LAGA zu erarbeiten. Die Einhaltung von Qualitätskriterien sind Grundlage dafür, dass die deutsche Sammelware im Zusammenhang mit der signifikant steigenden Sammelmenge in Europa dauerhaft zur Wiederverwertung vorbereitet werden kann. Auf Grundlage dieser Kriterien ist die Boer Group bereits heute ein verlässlicher Partner für die hochwertige Erfassung und ganzheitliche Verwertung von Alttextilien.

Weitere Informationen unter:
www.fws.de
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