Der ideale Zeitpunkt für einen umfänglichen Geräte-Check von Rasenmähern, Aufsitzmähern und anderen motorisierten Gartenhelfern ist das Winterfest-machen der Maschinen. Was es hierbei zu beachten gibt, weiß kaum einer besser als Wolfgang Gerlach. Der gelernte KFZ-Mechaniker ist seit 35 Jahren als Versuchsmechaniker beim Hochgrasmäher-Hersteller AS-Motor in Bühlertann tätig. In einer kleinen Serie haben wir das umfangreiche Wissen des Motor-Experten rund um den Winter Check-Up zusammengefasst. Im ersten Teil geht es zunächst um grundsätzliche Dinge, die es zu beachten gilt und dann im Detail um die Karosserie, den Rahmen und das Mähwerk.

Bild 1: Unser Motor-Experte: Seit 35 Jahren arbeitet Wolfgang Gerlach bei AS-Motor als Versuchsmechaniker im Prototypenbau und im Motorenteststand.

Der Winter Check-up

Mit einem umfangreichen Geräte-Check vor der Einlagerung der Maschinen schlägt man drei Fliegen mit einer Klappe. Erstens werden die Maschinen richtig gereinigt und dauerhaft konserviert, zweitens werden die Funktionen überprüft und Fehler erkannt und drittens zeigt sich, wo Handlungs- oder Reparaturbedarf durch einen Fachmann besteht. Hauptziel ist, dass die motorisierten Helfer im folgenden Frühjahr auf Anhieb wieder einsatz- und funktionsfähig sind. Wesentlich hierbei ist auch die Arbeitssicherheit. Messer, Schlegel und Klingen sind ständiger, hoher Belastung und Verschleiß ausgesetzt. Bei Messergeschwindigkeiten von teils über 200 km/h muss hier alles tipptopp in Ordnung sein. Positive Begleiterscheinungen des Geräte-Checks sind eine verlängerte Lebensdauer und ein erhöhter Werterhalt.

Bevor es losgeht

Jeder Check-Up beginnt mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. So muss vor jeder Aktion am Gerät ein versehentliches Anlaufen der Maschine ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund muss bei Elektromähern zunächst der Netzstecker gezogen werden. Bei batteriebetriebenen Geräten entnimmt man die Akkus und betätigt gegebenenfalls den Aus-Schalter oder zieht den Sicherheitsschlüssel ab. Bei Motorgeräten mit Seilstart ist der Zündkerzenstecker abzuziehen. Um bei Aufsitzmähern auf Nummer sicher zu gehen, muss vor Beginn der Arbeiten an der Maschine der Zündschlüssel abgezogen und wenn möglich die Batterie abgeklemmt werden. Benzinhähne und Tankentlüftungen sind zu schließen. Grundsätzlich muss für eine gute Belüftung gesorgt sein und die Maschine sicher stehen. Selbstverständlich sollte sein, dass keine Zündquellen in der Nähe sind und schnittfeste Handschuhe getragen werden.

Bild 2: Alles was man für den Winter Check-Up braucht.

Frischer Glanz und gut geschmiert

Um die Karosserie und den Rahmen zu reinigen kehrt man zunächst losen Schmutz, Staub, Blätter und Äste mit einem Handbesen ab. Anhaftende Verschmutzungen werden mit einem feuchten Lappen und schonendem Reinigungsmittel entfernt. Der Experte aus dem Hause AS-Motor weißt darauf hin, dass gerade sich zersetzendes, feuchtes Gras und Laub besonders korrosiv zu Metallen und Oberflächen sind. Achten Sie deshalb auf Faulnester in Ecken und Winkeln Ihrer Maschine. Besonders effektiv und schonend lässt sich die Karosserie mit Druckluft reinigen. Vom Gebrauch von Hochdruckreinigern wird dagegen abgeraten. Empfindliche Lager und Bauteile werden entfettet, Wasser dringt ein und Reinigungszusätze sind zudem oftmals besonders korrosiv. Fließendes Wasser aus dem Schlauch kann verwendet werden. Aber bitte auch hierbei empfindliche und elektrische Teile aussparen und keinen direkten Strahl auf Lager richten.

Bild 3: Bei der Reinigung der Karosserie arbeitet man am besten mit einem Handbesen und Druckluft.

Beim Reinigen der Karosserie können gleichzeitig die Bowdenzüge und ihre Außenhüllen überprüft werden. Scheuerstellen, Knicke, Quetschungen und gebrochene Litzen beeinflussen die korrekte Funktion. Auch weitere Schäden können daraus resultieren, wenn beispielsweise eine Kupplung das Getriebe nicht richtig auskuppelt. Testen Sie deshalb die Gängigkeit der Züge und die Endbefestigungen. Zur Schmierung der Bowdenzüge sollte am besten ein Silikon-Schmierstoff verwendet werden. Im Gegensatz zu Ölen und Fetten verharzt und verklebt dieser nicht. Und es bleibt weniger Schmutz daran haften.

Nach dem Reinigen können nun alle Gelenke, Scharniere und Bedienhebel mit harzfreiem Multifunktions-Öl geschmiert werden. Hierbei ist zu beachten, dass auf Antriebs- oder Keilriemen, Riemenscheiben, Bremsbeläge oder Trocken-kupplungen kein Schmierstoff, Öl oder Wachs gelangen darf.

Bild 4: Für die Bowdenzüge verwendet man Silikonspray, denn dieses verklebt und verharzt nicht.

Sauberes Mähwerk

Um an das Mähwerk zu gelangen müssen die Mäher aufgestellt, umgelegt oder zur Seite geneigt werden. Bei elektrischen oder mit Akku betriebenen Mähern ist das kein Problem. Sie können auf jede Seite gelegt werden, da sie kein Öl im Motor haben. Bei Verbrennungsmotoren gehen Sie bitte folgendermaßen vor: Schließen Sie den Benzinhahn und die Tankentlüftung, bei undichtem Tankdeckel lassen Sie den Kraftstoff vorher ab. Nach der Entnahme des Luftfilters kann der Mäher zur Seite gelegt werden. Bitte beachten Sie, dass bei 4-Takt Motoren das Luftfiltergehäuse beim Umlegen des Mähers immer oben sein muss, d.h. über dem Kurbelgehäuse. Sonst läuft Motorenöl in das Luftfiltergehäuse und verschmutzt den Ansaugkanal und den Luftfilter.

Zum sicheren Neigen eines Aufsitzmähers kann ein Serviceständer verwendet werden. Diese sind im Fachhandel erhältlich. Ansonsten kann die Maschine auf Auffahrrampen gefahren werden und ist somit von unten zugänglich. Sichern sie den Aufsitzmäher gegen Wegrollen oder Umfallen.

Nun kann mit der Reinigung des Mähwerks begonnen werden. Achten sie bitte auf die scharfen Schneidwerkzeuge. Hier besteht Verletzungsgefahr. Am besten lassen sich Mähwerke und Mähhauben gleich nach dem letzten Einsatz reinigen, da dann die anheftenden Grasreste noch feucht sind. Nehmen Sie zum Ausschaben Werkzeuge aus Holz oder Kunststoff, um beschichtete Oberflächen nicht unnötig zu beschädigen.

Obwohl vom Gebrauch eines Hochdruckreinigers grundsätzlich abgeraten wird kann er bei der Reinigung des Mähdecks die Arbeit erheblich vereinfachen. Beachten Sie in diesem Falle aber unbedingt folgende Hinweise: Reinigen Sie damit nur die Metall- oder Aluflächen der Unterseite des Mähgehäuses und verwenden Sie keine Reinigungsadditive. Die Messerlagerung, die Kurbelwelle und die Messerkupplung müssen bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger ausgespart werden und ein Düsenabstand von 20-30 cm ist einzuhalten. Nach einer Nasswäsche ist es vorteilhaft, wenn man die Maschine kurz laufen lässt. Wasserreste fliegen dabei von den bewegten Teilen oder werden vom Luftstrom verdrängt.

Sind Messer und Klingen noch in Ordnung?

Nach dem Reinigen werden die Messer und Klingen begutachtet. Hierbei müssen einige Fragen beantwortet werden: Sind Risse, Verformungen oder Beschädigungen ersichtlich? Sind die Messer scharf oder müssen sie geschärft werden? Hat die Abnutzung der Messer schon die Minimal-Markierung erreicht? Sind die Sicherungsschrauben lose oder abgenutzt? Sind alle Sicherheitsblenden oder Auswurf-Schutzlappen intakt?

Sollten Sie bei der Inspektion des Messersystems und seiner Schutzblenden Abnormitäten feststellen, muss man eine Fachwerkstatt die gegebenenfalls notwendigen Reparaturen ausführen lassen. Von fehlerhaften Messersystemen geht eine große Gefahr für den Nutzer oder Passanten aus. Reparaturen am Messer dürfen daher nur von Fachkundigen durchgeführt werden. Selbst beim einfachen Nachschärfen von Klingen und Messern ist danach eine Kontrolle der Unwucht notwendig. Ohne Spezialwerkzeug dazu werden Vibrationen der Maschine dauerhaft zusetzen.

Gut geschützt durch die kalte Jahreszeit

Nach dem Reinigen und dem Messer-Check wird das Mähdeck und die Messer von unten konserviert und vor winterlicher Korrosion geschützt. Verwenden Sie dazu wachs- oder ölhaltige Pflegemittel. Der AS-Motor Experte weist darauf hin, dass keine Oberflächenbeschichtung, egal ob Lackierung, Pulverbeschichtung oder Verzinkung dauerhaft in einem Mähdeck hält. Aufgewirbelte Steinchen und Sand, aggressive Pflanzensäfte und dauernde Feuchtigkeit sind stärker. Leichte Flugrostbildung und Korrosion ist deshalb normal. Während des regelmäßigen Betriebs spielt dies für die Haltbarkeit eine unwesentliche Rolle. Nur eine dauerhafte Lagerung in verschmutzen Zustand lässt Stahlblech irgendwann durchrosten. Deshalb sollte man die große Jahresreinigung vor der Winterruhe der Maschine durchführen.

Youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/user/ASMotorGermany

Über die AS-Motor Germany GmbH & Co. KG:

Die AS-Motor Germany GmbH & Co. KG, mit Sitz in Bühlertann, entwickelt und produziert seit 1959 motorisierte Spezialgeräte für die Garten- und Landschaftspflege und hat den Begriff Allmäher geprägt. Die Geräte von AS-Motor sind für extreme Anforderungen gemacht, etwa für Steigungen oder hohen Bewuchs. Das schwäbische Familienunternehmen beschäftigt über 130 Mitarbeiter und fertigt den Großteil der Komponenten selbst.
Weitere Informationen unter www.as-motor.de.

Bildnachweise: AS-Motor Germany GmbH & Co. KG