
Irmelin steuert auf den Abenteuerspielplatz und dort auf das Klettergerüst zu. Sie erklimmt eine Seilbrücke mit schwankenden Planken, hangelt sich flott daran entlang. Sie steigt die Leiter zur Rutsche hinauf, lässt sich nieder, und saust lachend nach unten. Wie selbstverständlich steht sie auf in Richtung Schaukel und meint: „Ganz okay hier.“ Irmelin ist 66 Jahre alt und erholt sich von einer langjährigen Krebserkrankung.
Als Testperson hatte sie sich zu einem Trainingsprogramm in Rovaniemi, Finnland, beim Spielplatzgeräte-Hersteller Lappset gemeldet. Nun wird sie gar noch Fernsehstar: Für die BBC und den NDR turnte sie bereits live vor der Kamera. Senioren und Action – wie geht das zusammen? „Ein reiner Kinderspielplatz, das war gestern“, sagt der Experte für Spielplatzgeräte Ulrich Scheffler, Geschäftsführer der Lappset Deutschland GmbH. „Spiel- und Sportgeräte im Freien sollten für alle Altersgruppen da sein. Wir bei Lappset bieten Konzepte und Geräte von 0 bis 100.“ Und er zieht auch gleich die Beweise aus der Tasche: Fernsehberichte auch von Bayern 3 und vom WDR belegen eindrucksvoll, dass sich auch die Alten im Freien bewegen und Spaß haben können. Mit der angenehmen Folge: Sie gewinnen an Selbstbewusstsein, werden agiler, lebensfroher. Und sie müssen nicht einsam sein. Der Spielplatz hilft gegen Depressionen.
Dem Laien kommt es spanisch vor, den Fachmann wundert es wenig: Viva Espana! Spanien hat in Europa die Vorreiterrolle bei Spiel und Sport auch für die ältere Generation! 120 so genannte 0-100-Spielplätze sind dort aufgebaut, weitere folgen. Das liegt sicher auch am vielen Sonnenschein, und: „Es geht nicht nur um Spaß, es geht um Gesundheit für alle“ sagt Ulrich Scheffler. Vom Standpunkt der Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele, und damit auch aus ökonomischen Gründen, sei es wichtig, ältere Menschen aktiv und fit zu halten. Die Förderung der Balance und die Entwicklung der Motorik kann zum Beispiel helfen, Sturzunfälle zu verhindern und damit Kosten zu sparen. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden, Folgekosten werden durch Patenschaften und Selbsthilfe getragen. Darüber hinaus haben die Westfälischen Nachrichten weitere nachhaltige Unterstützung geleistet; durch finanzielle Unterstützung, durch begleitende Berichterstattung und durch interessante Blogs im Internet (www.smartus.com)
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