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Energie & Umwelt

Mit der energetisch optimierten Nutzung von „verbrauchtem“ Thermalwasser setzt die Gemeinde Bad Füssing nach Meinung von Experten deutschlandweit neue Maßstäbe.

Energie- und Kosteneinsparung in der Therme Bad Füssing

FotoSeit Jahren bemühen sich die politisch Verantwortlichen in Bad Füssing um eine maximale Nutzung der Restwärme des Heilwassers, das bis zu 56 Grad heiß aus 1.000 Metern Tiefe an die Erdoberfläche sprudelt. Hat das Thermalwasser in den drei Thermen seine Aufgabe als Heilmittel erfüllt und ist es zum Baden zu kalt, wird es nun als Energiequelle genutzt – mit zwei Konsequenzen: die Kommune spart sich Hunderttausende von Euro und unserer Atmosphäre bleiben Tausende von Kubikmetern des Treibhausgases Kohlendioxid erspart.

Etwa 40 Prozent der Heizkosten spart die Gemeinde Bad Füssing, seit die im „verbrauchten“ Thermalwasser enthaltene Restwärme im Sommer zur Beheizung des Beckenwassers im öffentlichen Freibad genutzt wird. Über spezielle Wärmetauscher wird das aus medizinischer Sicht verbrauchte „Abwasser“ nun auch dazu verwendet, zum Nulltarif und ohne jede Umweltbelastung sämtliche Räume in der Therme I und selbst das Duschwasser in der Bad Füssinger „Urtherme“ zu beheizen. Um mehr als 1.500 Tonnen des Treibhausgases CO2 wird die Atmosphäre dadurch entlastet. Der Erdgasverbrauch in der Therme I konnte gegenüber früher halbiert werden.

Cleveres „Wärmerecycling“ spart Energie
Das technische Konzept zur Nutzung der Wärmeenergie des Thermalwassers stammt vom Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt (ZREU) in Regensburg. Weiter optimiert wird die Wirkung des „Thermalwasser-Kraftwerks“ durch ein spezielles Energiemanagementsystem, mit dem sich übergreifend alle technischen Anlagen regeln und überwachen lassen. „Die Einsparung entspricht dem Bedarf von etwa 240 Einfamilienhäusern“, erklärt Diplom-Ingieur Josef Konradl, der verantwortliche Projektmanager vom ZREU. Entwickelt wurden die Pläne für das „Wärmerecycling“ aus Thermalwasser bereits zur Jahrtausendwende. Realisiert wurden sie in mehreren Schritten. Die Gesamtkosten von knapp 780.000 Euro wurden zur Hälfte aus Fördermitteln des Freistaats Bayern finanziert. Das Vorhaben wurde aufgrund seines Pilotcharakters vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen im Rahmen des CO2-Minderungsprogramms für kommunale Liegenschaften unterstützt.

Über 200.000 Euro weniger Heizkosten pro Jahr
Der Mut zu neuen Wegen, die Bad Füssing mit der Umsetzung des Energieeinsparkonzeptes ging, ist nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für die Kommune. Die Nutzung der Quelle mit ihrer Heilwirkung trägt auch zur Gesundung des Gemeindeetats bei: weit mehr als 200.000 Euro Ausgaben für fossile Energieträger, wie etwa Öl oder Gas, spart sich die Gemeinde heute pro Jahr. Nach vier Jahren haben sich die Investitionen damit vollständig amortisiert.

Bayerischer Umweltpreis für erfolgreiches Pilotprojekt
Bad Füssing ist mit diesem innovativen Pilotprojekt auf dem Gebiet der Energieeinsparung und des aktiven Umweltschutzes zunehmend Vorbild und Vorreiter für viele andere Kurorte in ganz Deutschland geworden. Die Verleihung des Bayerischen Umweltpreises durch die Bayerische Landesstiftung vor wenigen Wochen ist dafür ein deutliches Zeichen. „Ich hoffe, dass ihr Beispiel Wellen schlägt“, sagte Finanzminister Kurt Faltlhauser bei der Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises an Bad Füssings Bürgermeister Alois Brundobler.

Weitere Informationen:
ZREU GmbH, Regensburg
Tel.: 0941 464 19-0
info@zreu.de, www.zreu.de

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