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Chancen der Privatisierung in der Wasserwirtschaft am Beispiel Rostock Effizienzsteigerung in der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung durch Privatisierung von Dr.-Ing. Michael Beckereit, Privatisierung in der Wasserwirtschaft bietet den Kommunen und somit auch dem Kunden einen besonderen Service: Effiziente Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, soziales Engagement und regionale Verantwortung, bei gleichzeitiger Verpflichtung, dem Endverbraucher gegenüber schnellstmöglichen Service zu angemessen günstigen Gebühren zu gewährleisten. Dieser neue Standard in der deutschen Wasserbranche in Kombination mit einer unternehmenstypischen Wirtschaftlichkeit ist kommunalpolitisch akzeptiert und die zusätzliche Sicherung von Arbeitsplätze sehr anerkannt. EURAWASSER kann diese These mit ihren Betriebsstätten auf eindrucksvolle Weise belegen. Zu Beginn sollten die Rahmenbedingungen in der Wasserwirtschaft beleuchtet werden: Qualitätssteigerung und Umweltschutz sind besondere Schwerpunkte der Privatisierung. Seit 1993 gewährleistet zum Beispiel die EURAWASSER Rostock die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung des Großraumes Rostock mit seinen rund 260.000 Einwohnern. Seit 1993 hat EURAWASSER Investitions- und Sanierungsaufwendungen von insgesamt mehr als 450 Mio. DM allein für Modernisierung der Anlagen und Einhaltung von deutschen und europäischen Normen investiert. 24 Prozent davon im Bereich Trinkwasser und 76 Prozent im Bereich Abwasser. Wasserwerk und Kläranlage zählen heute zu den leistungsfähigsten Anlagen ihrer Klasse - die Kläranlage ist eine der modernsten Europas. Trink- und Abwasser haben sich deutlich verbessert, die zulässigen Grenzwerte werden weit unterschritten. Beim Trinkwasser konnte durch den Einsatz einer mehrstufigen Ozondosierung die Chlorzugabe von 4,4 mg/l im Jahr 1990 auf nunmehr 1,0 mg/l verringert werden. Auch der Aluminiumgehalt des Trinkwasser reduzierte sich von 0,32 mg/l (1980) auf gegenwärtig 0,025 mg/l (bei einem Grenzwert von 0,20 mg/l). Die Trinkwasserwerte für Eisen und Magnesium konnten von jeweils 0,12 mg/l im Jahre 1989 auf deutlich unter 0,01 mg/l (bei einem Grenzwert von 0,05 mg/l für Magnesium) gesenkt werden. Der Ablauf der Kläranlage Rostock wird in die Unterwarnow eingeleitet. Die Aktivitäten von EURAWASSER haben dort die Belastungen stark gesenkt, was zu einer deutlich geringeren Belastung der Ostsee geführt hat: Vor 1989 gehörte die Unterwarnow zu den zehn Schwerpunkten der Ostseebelastung. Heute werden die behördlich festgelegten Grenzwerte weit unterschritten. Eine Studie der Universität Rostock unter der Leitung von Prof. Schlungbaum belegt, dass der Kläranlagenablauf bessere Werte erzielt als das durch Landwirtschaft belastete Wasser der Oberwarnow. Schlungbaum zufolge konnte die durch das Abwasser bedingte Einleitung von Phosphor von 135t pro Jahr (1990) auf 5t pro Jahr (seit 1995) verringert werden - das entspricht einer Senkung von mehr als 96 Prozent! Auch die Einleitung von Stickstoff sank dramatisch und beträgt heute nur noch zehn Prozent (211t pro Jahr) gemessen an der Belastung von 1990 (2.111t pro Jahr). Aber auch Service und Dienstleistung liegen im Mittelpunkt der privaten Wasserwirtschaft: Trotz der positiven Effekte der Privatisierung gibt es für private Unternehmen in Deutschland aber immer noch erhebliche Nachteile. Entgegen bestehenden europäischen Grundsatzbestimmungen sind deutsche privatwirtschaftliche Unternehmen bei der Entsorgung umsatz- und körperschaftssteuerpflichtig - für öffentlich-rechtliche Unternehmen gilt das nicht, da es sich hier um hoheitliche Aufgaben handelt. Eine Änderung des deutschen Steuerrechts ist im Sinne von Chancengleichheit privater und öffentlich-rechtlicher Unternehmen daher dringend erforderlich. KD074 |
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